Zahnschutz durch FLuoride - dr le Coutre

Zahnschutz durch Fluoride

Das härteste Material im menschlichen Körper ist der Zahnschmelz.

Zahnschutz durch FLuoride - dr le CoutreBei näherer Betrachtung handelt es sich um ein mikrofeines Gitter aus Kristall (Hydroxylapatit). Hierin eingelagert befinden sich Minerale wie Kalium, Magnesium und Natrium, die dem Zahn die Festigkeit verleihen. Fallen diese Stoffe vom Gitter ab, wird es porös und bietet Bakterien idealen Unterschlupf. In Folge Ihrer Stoffwechselproduktion wird durch weitere Säurebildung das Zahnloch stetig vergrößert und Karies entsteht.

Fluoride wirken dem Zerstörungsprozess entgegen. Nun erfahren Sie, wie sie wirken.

Was sind Fluoride?


Fluor ist ein Gas und chemischer Grundstoff der selten in der Natur rein vorkommt – sondern in Verbindungen, die dann Fluorid genannt werden.

In der Zahnmedizin spielen drei Verbindungen eine wichtige und wiederkehrende Rolle:
Natriummonofluorphosphat, Aminfluorid und Zinnfluorid.

Zur Fluorid-Versorgung der Bevölkerung wird Speisesalz mit Fluoriden und Jod angereichert. Dies ist für den Körper auch kein Fremdstoff, sondern kommt in Zähnen und Knochen vor.

Seit wann weiß man um den Vorteil von Fluorid?


In den Zähnen wurde Fluorid schon 1802 nachgewiesen, 1823 im Mineralwasser. Die verbesserte Säureresistenz der Zähne mit Fluorid ist seit Mitte des Neunzehnten Jahrhunderts bekannt und wird seitdem zur Kariesvorbeugung empfohlen. Seither werden Vorteilen und Risiken eingehend erforscht und Erkenntnisse laufend verbessert.

Wechselwirkungen in der Mundhöhle


Im Mund wird Speise zerkleinert und vermengt. Hier leben Millionen von Bakterien unter anderen die schädlichen Streptokokken, von denen Streptococcus mutans dem Zahn gefährlich werden kann.
Diese Bakterien ernähren sich von Zucker in jeglicher Form und scheiden Milchsäure aus. Der Mund reagiert auf dieses saure Milieu und versucht, das Gleichgewicht auszubalancieren. Kalzium und Phosphor helfen den Säure-Basen-Haushalt wieder herzustellen, doch diese Stoffe müssen aus dem Gitternetz des Zahnschmelzes ausgelöst werden.
Um an neue Mineralien zu gelangen, erhält der Speichel zu 2% Kalziumphosphate, die vom Zahnschmelzgitter wie ein Schwamm aufgesogen werden.
Wird dieser Wechselprozess durch häufige und süße Mahlzeiten beschleunigt, reicht die Zeit der Wiederaufnahme aus dem Speichel nicht mehr aus und löchrige Stellen im Schmelz werden größer. So beginnt Karies.

Die Wirkung von Fluoriden

Fluoride helfen dem Schutz der Zähne:

  • Sie beschleunigen die Wiederaufnahme von Kalziumphosphat und vermindern so die Zeit für Bakterien freie Nischen zu finden.
  • Fluoride werden in den Zahnschmelz eingebunden und sind bei einer neuen Demineralisierung schon zur Stelle um die Weideraufnahme zu beschleunigen.
  • In der Zahnpasta enthalten, bilden die Fluoride einen Schutzfilm aus Kalziumfluorid.
  • Fluoride stören direkt den Stoffwechsel von Bakterien und hemmen ihre Milchsäureproduktion.
  • Die frühzeitige Anreicherung von Fluorid bei Kindern und Säuglingen durch Tabletten oder Nahrung kann eine stabile Mikrostruktur und widerstandsfähigere Zähne bewirken.
  • Seit fluoridhaltige Zahnpasten auf dem Markt sind, ist ein deutlicher Rückgang von Karies zu verzeichnen.

Wo sind Fluoride enthalten?


In einigen Ländern wird Fluorid direkt dem Trinkwasser hinzugefügt. Australien, Großbritannien, Schweiz (Basel) und den USA verzeichnen eine deutlich geringere Kariesrate als andere Länder.
Deutschland ist Fluorid-Mangelgebiet, verzichtet aber zugunsten der Reinheit des Trinkwassers auf eine Anreicherung.
Über Zahnpasta, Gele, Tabletten kann Fluorid aufgenommen werden. Wer jedoch gleich nach dem Reinigen mit Wasser ausspült, statt einfach auszuspucken verhindert das Andocken von Fluorid am Zahnschmelz.
In der Zahnarztpraxis kann Fluorid direkt auf Zähne lackiert werden, dies hilft auch bei empfindlichen Zähnen oder Zahnhälsen. Die Einwirkdauer hat eine wichtige Funktion im Anreicherungsprozess.

Kleine Mengen an Fluorid kommen im schwarzem Tee vor.

Gibt es auch Nachteile von Fluorid?


Bei Überkapazität kommt es zu einer Fluorose, die in Afrika oder Indien vorkommt. Hierzulande können kleine feine Linien oder wolkige weißliche Areale auf zuviel Fluorid hinweisen, sind aber als völlig harmlos zu betrachten. Nahezu jedes zweite Kind hat diese auch ohne zusätzliche Fluoridzufuhr derartige Stellen.

Vergiftungserscheinungen würden bei Fünfjährigen erst beim Verzehr einer großen Tube Zahnpasta auftreten.

Auch die Befürchtung von Knochenschäden scheidet bei nach neuen Erkenntnissen aus.

Wie kommt man auf die ideale Menge?


Fluorid kommt im Wasser vor. Dies ist regional Unterschiedlich und kann beim Wasserwerk angefragt werden. Der mittlere Wert unserer lokalen ZVO- Wasserwerke liegt bei 0,28 mg/Liter und ist eher schwach.
Fluorides Salz ist nur für Haushalte, nicht für Großbäckereien oder Großküchen freigegeben. Über eine Freigabe wird noch diskutiert.
Das Maß der Zufuhr von Zahnpasta oder ein Fluoridbehandlung beim Zahnarzt oder als Tabletten für Kinder kann leicht selber bestimmt und angepasst werden.

Was kostet die Behandlung?


Fluoridtabletten für Kinder bezahlt die Krankenkasse, während Fluoridmaßnahmen beim Zahnarzt der Patient selber zu tragen hat. Sie stellen eine hervorragende Investition in die Zahngesundheit dar und dies besonders für kleine Kinder.